top of page

Sternengeschichten

Mein Flirt mit der Venus

...oder was macht die Beobachtung der Venus so interessant.
 

Dazu nehme ich euch mit auf die Reise der Venus um die Sonne und ihrem Weg zur Verwandlung

Es ist schon beachtlich welchen Gestaltenwandel der Venus wir auf ihrer Reise um die Sonnenbahn auf unserer Erde beobachten können. Meines Erachtens sind es die größten visuellen Veränderungen die sich schon mit relativ kleinen optischen Geräten in der Astrofotografie darstellen lassen. Neben der Phasengestalt, die wir natürlich beim Erdmond in einem wesentlich kürzerem Zyklus beobachten können, ist es vor allem auch die Größenänderung die bei der Annäherung zur Erde beindruckt. In einem Vierteljahr Beobachtungszeit von der östlichen Elongation bis nahe zur unteren Konjunktion wuchs die scheinbare Größe des Planetenscheibchens um das 3 fache. Bis zum erreichen der maximalen Erdnähe am 13. August wird der visuelle Eindruck noch imposanter sein, aber die Beobachtung erschwert nun nicht nur der nahe Sonnenstand, sondern vor allem die in diesem Sommer vorherrschend launige Westwindwetterlage. 

"Mein Flirt mit der Venus" mehr dazu auf Spektrum.de

Venus-Phase_202304-07JK.jpg

Bild 1

"Mond und Venus mit gleicher Gestalt" mehr dazu auf Spektrum.de

Mond+Venus_20230721JK_10MB.jpg

Bild 2

Am 21. Juli standen Venus und Mond am Himmel mit gleicher Sichelgestalt.
In diesem Bild sind beide Himmelskörper spiegelverkehrt in einer Kombination zweier Einzelaufnahmen zu sehen.
Fotografiert habe ich beide Objekte mit einer Nikon D5300 afokal durch ein 15mm Okular an einem 70mm/420mm f/6 FPL55 Triplet APO Refraktor.
>>  Visuell beträgt die Vergrößerung V=420mm/15mm = 28 fach 
>>  Fotografisch beträgt der erfasste Bildwinkel Horizontal = 0,61°, V= 77fach
>>  Entspricht einer Objektivbrennweite bei KB-Sensor = 3370mm
>>  Entspricht einer Objektivbrennweite bei DX-Sensor = 2228mm

 

"Venus im Wandel der Zeit" mehr dazu auf Spektrum.de

Venus_1-3_20230725_LOGO+Schrift_JK.jpg

Bild 3

Vergrößerung eines Himmelsobjekts

Die Berechnung der Vergrößerung eines Objektes durch ein Teleskop unterscheidet sich von der Art der Projektion
-  auf das menschliche Auge
-  auf den Sensor einer Kamera   a) bei der fokalen Projektion b) bei der afokalen Projektion 


Die Beobachtung mit dem Auge
Für eine sinnvolle Vergrößerung eines Himmelsobjekts sind der visuellen Beobachtung mit dem Auge Grenzen gesetzt.
Bei der B
eobachtung des Auges durch ein Okular bestimmt das Verhältnis zwischen Öffnung des Teleskops und der Austrittspupille am Okular die minimale-, die optimale- (förderliche) und die maximale Vergrößerung eines Gerätes.
Das menschliche Auge kann in der Dunkelheit seine Pupille erweitern um möglichst viel Licht auf die
in der Netzhaut liegenden Sinneszellen leiten zu können. 
In jungen Jahren beträgt die Öffnungsweite der Pupille rund 7mm, mit zunehmenden Alter geht sie gegen 4mm zurück.
 
 
 
 
 

Hier sind nun die Berechnungen für Vergrößerungen anhand meiner Optik  
  • 70mm/420mm f/6 FPL55 Triplet APO Refraktor.

Berechnung minimale Vergrößerung Vmin :
Vmin = 70mm/7mm = 10fach
 
Berechnung förderliche Vergrößerung Vförd :
Vförd = 70mm/0,7mm = 100fach (= Vmin x 10)
 
Berechnung maximalen Vergrößerung Vmax :
Vmax = 70mm/0,5mm = 140fach (= Öffnung x 2)

Berechnung tatsächliche Vergrößerung V  :
V = Brennweite Teleskop / Brennweite Okular
V = 70mm/15mm   V = 28fac>> bis zur optimalen (förderlichen) Vergrößerung ist also noch Luft nach oben...
 
 
Die Projektion auf einen Kamera Sensor
Wird das gebündelte Licht duch das Okular antatt auf die Sinneszellen des Auges auf einen Kamerasensor geworfen, so wird es schwierig den exakten Strahlenweg zu erfasssen und in eine Vergößerung umzurechnen.
 
Die fokale Projektion:
Bei der fokalen Projektion wird der Kamerasensor hinter dem Brennpunkt des Teleskops positioniert, das Teleskop hat so die Funktion eines Objektivs mit der entsprechenden angegebenen Brennweite des Teleskops. In meinem Beispiel des oben genannten Teleskops sind dies 420mm.  
Die Vergrößerung im Vergleich zu dem, was das bloße Auge sieht, ergibt sich aus Brennweite und Crop-Faktor. Im Kleinbildformat 36 mm * 24 mm entspricht eine Brennweite von etwa 43,3mm (genau Wurzel aus 1872) einer Vergrößerung von 1, also keiner Vergrößerung. 86,5mm Brennweite ergibt eine doppelte Vergrößerung.
 
Formel Vergrößerung V = Crop-Faktor x Brennweite / √1872
In meinem Beispiel V = 1,5 x 420mm / √1872   
 
V = 14,6fach 
 
 
Die afokale Projektion:
Bei der afokalen Fotografie durch ein Okular liegt das Okular nicht mehr im Fokus des Teleskops sondern wird in einem Tubus zwischen Kamerasensor und Teleskopbrennpunkt eingesetzt.
Die Vergößerung ist nun abhängig von 3 Faktoren:
1. Dem Brennpunkt des Teleskops (Stahlungsweg Teleskop von der Öffnung (Linse) bis zu seinem Fokuspunkt 
2. Dem Strahlungsweg vom Brennpunkt Teleskop bis zum Brennpunkt des Okulars
3. Dem Strahlungsweg vom Okular bis zum Auftreffen auf dem Sensor.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Da das Strahlenbündel des Okulars vom Sensor nicht komplett erfasst wird, ergibt sich ein abgeschnittenes Bildfeld auf dem Sensor. Das runde Strahlenbündel aus dem Okular kann der Sensor also nur zu einem gewissen Anteil auf einem 3/2 Format erfassen. Wieviel letztlich von dem Strahlungsbündel auf dem Bildfeld des Sensors landet, lässt sich am Besten durch die Erfassung des tatsächlichen Bildwinkels auf dem Sensor ersehen.
Dazu können wir einfach ein möglichst bildfüllendes Objekt auf dem Sensor verechnen, von dem wir die scheinbare Größendaten haben.
In unserem Beispiel passt der Mond gut ins horizontale Bildfeld. Der Winkelgrad des Mondes zum Zeitpunkt der Aufnahme ist bekannt. Die Sensormaße ebenfalls:
 
Sensorbreite = 6000 Pixel = X° Winkelgrad 

  Mondbreite = 4850 Pixel = 0°29'34.10" = 0,4928° Winkelgrad oder 1774,10" Bogensekunden
(1° = 60 Bogenminuten = 3600 Bogensekunden)
Formel:  
X° 
= 6000 Pix. x 1774,10" / 4850 Pix.
= 2194,76" = 0,609
6°  Winkelgrad


Mit den "4 Bekannten" =  Sensor-breite, -vertikale, -diagonale und dem horizontalen Bildwinkel lässt sich jetzt die tatsächliche Brennweite und die entsprechende Vergrößerung ausrechnen.
 
Sensorbreite = 23,7mm 
Sensorhöhe = 15,6mm
Sensordiagonale = 28,4mm
Horizontaler Bildwinkel = 0,6096° 
 
 
Brennweite f = 2228mm
Vergrößerung V = 77fach
 
So lässt sich die direkte Darstellung auf dem Sensor ausrechnen.
In der digitalen Fotografie haben wir zudem noch den Vorteil den Bildauschnitt weiter zu vergrößern.
Auf meinem 24 MP Sensor mit 6000 x 4000 Pixeln ist die Venus in Bild 2 trotz der Brennweitenvergrößerung nur auf einer kleinen Fläche zu sehen.  
In Bild 3, welches aus 3 Einzelaufnahmen zu je 1000 x 1000 Pixel besteht ist die Venus nahezu bildfüllend auf jedem Quadrat abgebildet..
Die Venus hat hier jeweils eine scheinbare Größe von 49,41"Bogensekunden
Der horizontale und vertikale Bildwinkel beträgt 116,258" Bogensekunden = 0 0,0323° Winlkelgrad
Die Vergrößerung beträgt hier das ... fache
Die Brennweite ..... mm
Screenshot_20230718_211819_Redshift_3x2.jpg

im Bild ist eine afokale Fotografie mit der Kamera durch ein Okular zu sehen, welches auf ein Zenithprisma aufgesetzt ist

Formel Brennweite
α = 2 * arctan[l/(2f)]  (Umstellung auf f)
Formel Vergrößerung
V = Crop-Faktor * Brennweite / √1872
Rechenaufgaben:
1. Aufgabe: Berechne die minimale, förderliche und maximale Vergrößerung Deines Teleskops
Vmin
Vförd
Vmax

2. Aufgabe: Berechne die tatsächliche Vergrößerung für Dein Teleskop mit einem 3mm Okular und vergleiche ob es der minimalen, förderlichen oder maximalen sinnvollen Vergrößerung für Dein Teleskop entspricht.
3. Aufgabe: Berechne für Bild 3 "Venus im Wandel der Zeit" die tatsächliche Vergrößerung der Venusabbildung und welche Brennweite für einen Abbildungsmaßstab 1:1 auf einem
APS-C DX Sensor notwendig wäre.
4
. Aufgabe: Berechne für Bild 3 die Brennweite für die Abbildung auf einem Vollformat Sensor entspricht Kleinbildformat 24x36mm.

Eine Supernova im Feuerrad

SN2023ixf im Arm der M101

...die Ruhe vor dem großen Knall

.Bild in Originalgröße und Aufnahmedaten auf Spektrum.de 

Bevor die Feuerrad-Galaxie am 19. Mai 2023 durch eine Supernova ins große mediale Interesse aufstieg, konnte ich einen Monat zuvor, nichtsahnend der bevorstehenden großen Sternenexplosion, mein Augenmerk allein auf die ausladenden Spiralarme dieser wunderschönen Galaxie lenken. Eine Vergleichsaufnahme nach der Sternenexplosion gelang mir kurz nach der Entdeckung duch Koichi Itagaki.
M101_Nr.1001_JK.jpg
...SN2023ixf im Arm der M101

Bild in Originalgröße und Aufnahmedaten auf Spektrum.de 

Schöner und treffender kann die Assoziation einer Sternenexplosion in einer Galaxie namens "Feuerrad" gar nicht sein. Fünf Nächte nach der Entdeckung der Supernova durch Koichi Itagaki hatte ich das Glück, eine Aufnahme zur Helligkeitsbestimmung anzufertigen. Mit der klassischen Argerlanderschen Stufenschätzungsmethode und der anschließenden Pixelauslesung in der Sensormatrix konnte ich die Helligkeit auf eine Größenklasse von -11,49 mag eingrenzen.
M101_Nr.1008_JK.jpg
Darstellung der Helligkeitsbestimmung der Supernova Typ II
Bild anklicken zur Animation ​

Warum es an Ostern keinen Vollmond gibt 

Nightsky_DSC_0252_Ebene1.jpg
Osterfeuer und Vollmond...?
...ja, dieses Brauchtum ist zeitlich tatsächlich alle paar Jahre möglich, wenn das Feuer wie hier im Sauerland vielerorts schon am Samstag vor Ostern entzündet wird.
Aber Vollmond an einem Ostersonnntag...?
...nein, den werden wir nicht zu sehen bekommen, ....und das liegt weder am launischen Aprilwetter, oder dem oft noch kalten Märzwinter im Sauerland das der sich an Ostern nicht blicken lässt  - 
...und warum ist Ostern eigentlich immer an einem anderen Tag im Frühling...   
Wie wird das Osterdatum berechnet?
Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem zyklisch bestimmten Vollmond, der am oder nach dem 21. März stattfindet. Fällt der kirchliche Frühlingsvollmond auf einen Sonntag, wird Ostern am darauf folgenden Sonntag gefeiert.


Aber der kalendarische Frühlingsanfang variiert doch vom 19. bis 22. März, und der meteorologische Frühling beginnt schon am 1. März...
...ja, aber der 21. März ist der kirchlich vereinbarte Termin für den Frühlingsanfang, da das tatsächliche Datum der Tagundnachtgleiche im März, also der astronomische Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel von Jahr zu Jahr auf unterschiedlichen Daten variiert 

In welchem Zeitraum fällt nun Ostern...?
Laut Metonzyklus fällt der kirchliche Frühlingsvollmond jedes Jahr auf ein Datum im Zeitraum 21. März – 18. April. Da der Ostersonntag am jeweils auf den Vollmond folgenden Sonntag stattfindet, kann das Fest im gregorianischen Kalender frühestens am 22. März, spätestens am 25. April stattfinden


Und warum wird Ostern überhapt im Frühling gefeiert...?
Laut Bibel ereignete sich die Auferstehung Jesu um das jüdische Pessachfest. Dieses findet im Frühling statt. Im Jahre 325 legte das Konzil von Nicäa das Osterdatum deswegen auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. 

20180331_232344_CPSP_Entrauscht.jpg
Samstag der 31. März 2018,  der Frühlings-Vollmond wird von den qualmenden Osterfeuern in ein rötliches Licht getaucht. Am 1. April war Ostersonntag
005_10MB.jpg
Donnerstag der 6. April 2023,  der Frühlings-Vollmond wird diesmal getrübt von aufziehenden Wolken, die aber noch sein fahles Licht auf die vom Talboden auf-teigende Nebeldecke werfen lassen.  Am 9. April folgt der Ostersonntag
Natur_Ostern_3x2.jpg
8. April 2020, der Frühlings-Vollmond scheint auch mal von einem ungetrübten Himmel auf die Osterglocken vor der Nicolei-Kirche in Halver.
Am 12. April folgte der Ostersonntag.

Ein Interview 

In gleich 2 Aprilausgaben des Sauerland Magazins KomPlett hat Martin Büdenbender einen schönen Artikel über meine Astrofotografie geschrieben,

001_KomPlett-magazin_JK.jpg

Frei nach dem gleichnamigen Filmklassiker von 1984

mit Michael Douglas & Kathleen Turner

003_KomPlett-magazin_JK.jpg
004_KomPlett-magazin_JK.jpg
20230129_StarAdventurer_Joachim.jpg

Auf der Jagd
nach dem
 GRÜNEN KOMETEN

Auf der Jagd nach dem Grünen Diamanten.jpg

Meine ganz eigenen (fotografischen) Eindrücke und Blickwinkel auf der Jagd nach dem Kometen könnt ihr jetzt in meiner Powerpoint Präsentation herunterladen

Ein grünes Schauspiel am Nachthimmel

Ein grünlich leuchtender Besucher wird in den kommenden Tagen an der Erde vorüberfliegen: Der rund einen Kilometer große Komet C/2022 E3 (ZTF) nähert sich uns dabei bis auf 42 Millionen Kilometer – rund ein Drittel der Distanz Erde-Sonne. Anschließend verschwindet er wieder in die äußeren Bereiche des Sonnensystems. Erst in ungefähr 50 000 Jahren führt ihn seine Bahn wieder in die Nähe der Erde.

Mit einer maximalen Helligkeit von 5,5 mag ist er einer der hellsten Kometen der letzten Jahre. Trotzdem werde er sich nur mit viel Glück und bei sehr dunklem Himmel mit bloßem Auge beobachten lassen, sagte Sven Melchert, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim, der Deutschen Nachrichten-Agentur. 

Den ganzen Artikel über den grünen "Kobold" und den Kometen Infos von Sven Melchert  gibt es bei Spektrum.de

Aufnahme des Kometen am 29. Januar 2023 von 2:00 - 3:00 MEZ 

Negativbild mit Solarisation des Kometenkopfs

mit dieser Methode können die feinen Strukturen der Koma und der Schweife besser dargestellt werden 

Die Koma, die den Kometen umgibt, tritt in der Solarisation farbig hervor und umgibt den Kometenkopf der sich hier tiefschwarz abgrenzen lässt. Die Spitze des Kometenkopfes zeigt nach links oben. Der Ionenschweif ist sehr dünn und geht vom Kopf nach rechts unten ab. Der Staubschweif ist breit gefächert und zieht nach links unten  

Aufnahmetechnik und EXIF-Daten:

Nikon D5300 an 210mm Tamron

Blende f/4 

ISO 1250

15 Lights + 5 Darks je 90 Sekunden

Nachführung: Star-Adventurer auf Rollei Rock Solid Alpha Mark II

Stacking: Deep Sky Stacker, Bildbearbeitung mit Corel Paintshop Pro

Animierte Beobachtungskarten von Stellarium Astronomy Software für den Kometen C/2022 E3 (TTF)

Eine etwas andere Sternengeschichte erzähle ich euch dieses Jahr zu Weihnachten über den Stern von Bethlehem... 
Frohe und gesegnete Weihnachten und kommt gut in das neue Jahr 2023 
Der Mond knabbert an der Sonne...
Partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober 2022 

Das Himmelshiglight am hellichten Tag

Die Wolken wollten die Sicht in Halver zwar nicht so gerne freigeben, aber nur kurz nach der maximalsten Verdunklung der Sonne durch den Mond konnte ich doch noch diese Aufnahme gewinnen. 

Animation der partiellen Sonnenfinsternis für den Standort Halver

Animation der partiellen Sonnenfinsternis, Standort Halver 

Zeitraffer (Timelapse) 25 . Oktober 2022

Mondeintritt vor die Sonne:  11:09:27 MESZ

Maximale Bedeckung: 12:07:48 MESZ

Austritt ais der Sonne: 13:07:51 MESZ

Dauer: 1 Stunde 58 Minuten 24 Sekunden

Bedeckung:  23,13% der Sonne

Magnitude:  0.3465

Die Darstellung habe ich Zeit- und Maßstabsgetreu für den Standort Halver mit der Planetariums-software Redshift Pro berechnet. Die in der Animation plazierten Bilder von Sonne und Mond sind Echtaufnahmen die ich an vorangegangenen Tagen/Nächten aufgenommen habe. Es wurde eine nachgeführte Timelapse Aufnahme simuliert, wobei ich die Sonne als festen Fixpunkt in der Aufnahmesequenz verortet habe. Dabei bewegen sich Mond, Venus und die Sterne im Uhrzeigersinn um die Sonne, wobei der Effekt natürlich durch die Erddrehung hervorgerufen wird. Der Mond schiebt sich hierbei von der Bildmitte Oben vor die Sonne und zieht nach links im Uhrzeigersinn wieder heraus. Die Venus steigt hingegen im Uhrzeigersinn hinauf nach Oben. 

Kosmische Gasnebel, Sternwolken und Kugelsternhaufen in der Sommermilchstraße  

200_Kombi100+Kombi2_16366x21616_23MB.jpg

Im Hochsommer steigt das Zentrum der Milchstraße hoch genug über den südlichen Horizont um dort eine ganze Anzahl lohnender Deep-Sky Objekte zu fotografieren und näher zu betrachten.

In einigen besonders klaren Nächten von Mitte Juli bis Anfang August konnte ich mit unterschiedlichen Brennweiten eine Übersichtsaufnahme zur Milchstraßenposition über den Hügeln von Halver erstellen und mit einer langzeitbelichteten Deep-Sky Aufnahme kombinieren.   

Die Gesamtgröße des Bildes beträgt über 240MB und ermöglicht im Original einen tiefen Einblick in den Deep-Sky, also in die tiefen Regionen des Weltalls, hin zu den Sternhaufen, Nebeln und Galaxien.

Charles Messier katalogisierte im 18. Jahrhundert eine Reihe von "nebelhaften Objekten" um sie von seiner eigentlichen Suche nach unentdeckten Kometen zu unterscheiden. Erst im Teleskop und/oder auf astrofotografischen Aufnahmen lassen sich die Nebelflecken in kosmischen Gaswolken, Sternhaufen und Galaxien auflösen.  Der Katalog der Messier-Objekte umfasst heute 110 Einträge.

In der neuesten Ausgabe von "Sterne und Weltraum 9/2022" werden die hier im Bild zu sehenden leuchtenden Gasnebel in den verschiedenen Stadien aktiver Sternenentstehungsgebiete (aufsteigend M8, M20, M17, M16) eingehender beschrieben. 

Aufnahmetechnik und EXIF-Daten der Bildkombination:

Nikon D5300 an Sigma ART 24mm f/1.4

Nikon D5300 an Nikkor 85 mm f/1.8

Filter: Bresser Explorer Scientific Dark Sky

Montierung: Star-Adventurer auf Rollei Rock Solid Alpha Mark II

Stacking mit Sequator, Bildbearbeitung mit Corel Paintshop Pro

SuW_202209_S057_09.webp

Die Milchstraße in lauer Sommernacht  

Milchstraße am Sommerhimmel

Hier in der Grenzregion zwischen Sauerland und Bergischen Land gibt es zwar keine Hotspots zu spektakulären Landschaften, aber auf dem Land vor meiner Haustüre ist es dennoch alles andere als langweilig. Ich liebe es des Nachts mit meinem Hund zwischen Feldern und Wiesen über die Hügel zu streifen und die klaren Nächte unter dem Sternenhimmel zu verbringen. Zu viele schlaflose Nächte im Jahr werden es allerdings bei den meist vorherrschenden  wolkenreichen Westwetterlagen aber nicht sein.

Am 5. Juli war wieder so eine Nacht und an geeigneter Stelle konnten Hund und Rucksack auf der Picknickdecke Platz nehmen, während ich mein Stativ aufbaute und meine Montierung für die Sternenachführung auf den Polarstern ausrichtete. In der kurzen Sommernacht, die wahre Mitternacht war hier um 1:34 MESZ, ließ ich die Landschaft schon eine halbe Stunde vor Mitternacht belichten und stellte dann die Nachführung für die nächsten 45 min ein. Während der Aufnahmekontrolle auf meinem Tablet konnte ich es mir somit auch auf der Decke bequem machen und mit meinem Hund die laue Nacht genießen, wobei Hundi mehr auf die Rufe eines Fuchses hörte und ich den Lauf der Sterne beobachtete...

 

Hier die Aufnahmetechnik und EXIF-Daten:

Nikon D5300 an Sigma ART 24mm f/1.4

Filter: Bresser Explorer Scientific Dark Sky

Montierung: Star-Adventurer auf Rollei Rock Solid Alpha Mark II

Lights + Darks

1 x 180 sek., f71.8, ISO 200

25 x 60 sek., f/1.8, ISO 800

5 x 120 sek., f/1.8, ISO 800

Stacking mit Sequator, Bildbearbeitung mit Corel Paintshop Pro

Supermond über Texel

Mondaufgang über der Waddenzee von Texelp.jpg

Am 14 Juni 2022 um 13:51 Uhr gab es mal wieder einen Supervollmond. Auf der Nordseeinsel Texel konnte ich in diesem Jahr mit meiner Frau in der Nacht zum 14. Juni den Mondlauf sehr schön von Südost nach Südwest am Strand verfolgen. Es dauerte zwar bis 21:55 Uhr bis er sich aus den Wolken am Horizont befreien konnte, doch dann zog er seine extrem flache Bahn am Horizont und stand um kurz vor Mitternacht neben dem Leuchtturm. 

Aufnahmedaten: Nikon D5300 an Tamron 70-210mm, f/4

Exposure-Stacking (Kombination mehrerer Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten), fixer Vorder- und Hintergrund, Stativ 

Bildbearbeitung mit Corel Paintshop Pro

DSC_0287 -1_CPSP8.1_20MB.jpg

FACTS:

Von den 2 Besonderheiten "Supermond" und "flache Bahn" ist eigentlich nur eine wirklich deutlich sichtbar. Zwar wird der Supermond in den Medienberichten immer groß angekündigt, weil er dann unserer Erde besonders nah kommt. Genauer gesagt wenn er höchstens 360.000 Kilometer vom Erdmittelpunkt entfernt ist (Erdnähster Punkt = Perigäum). Im Gegensatz zum Minimond, wenn der Voll- oder Neumond mehr als 405.000 Kilometer vom Erdmittelpunkt entfernt ist (Erdferner Punkt = Apogäum). Für uns auf der Erde erscheint ein Supervollmond damit in etwa 12-14% größer und 30% heller als ein Minimond. In den Sommermonaten ist aber besonsters im Juni seine niedrig am Horizont verlaufende Bahn auffällig...  Im Süden erreicht der Mond am 15. + 16. Juni seine höchste Kulmination mit nur 11,6° Daher wirkt er auch so groß und gelborange weil sein Licht durch die dichte Atmosphärenschicht am Horizont gebrochen wird und ein Vergrößerungseffekt wie in einem Brennglas entsteht.

Sommermilchstraße über den Wiesen von Halver

200220603_RLP2_ESL5_20220603_CPSP9.3_LOGO2_23MB.jpg

Nach einem wolkenreichen und unterkühlten Maifrühling gab es zu Beginn des meteorologischen Sommers endlich wieder freie Sicht auf die Sterne. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juni machte ich mich also mit Hund, 25 Kilo Rucksackgepäck und Picknickdecke auf den Weg ins Tal der Bolsenbach am Westrand von Halver. Nach dem Aufbau des Stativs und dem Polausrichten meiner neuen Reisemontierung von Skywatcher konnte ich mit der Aufahmesequenz für die Erstellung der Serienbilder beginnen. 

Nach rund einer 3/4 Stunde hatte ich von der Ausrichtung der Kamera bis zum Abschluss der Dunkelbilder alles für die Erstellung meiner Milchstraßenaufnahme im Kasten. Die Weiterverarbeitung zu einem fertigen Bild zu Hause am Rechner hatte noch Zeit, also genoß ich mit meinem Hund die gar nicht mehr so kalte Nacht unter dem funkelnden Sternenhimmel. Zumindest solange, bis die Feuchtigkeit des Taus mir in die Kleider und Glieder zog und die ersten Vögel die frühe Morgendämmerung ankündigten...

 

Hier noch meine Aufnahmedaten: Nikon D5300 an Sigma 24mm f/1.4 Art

19 Lights für das Stacking, 1 Light für den Vordergrund, sowie 8 Darks   

Lights: 19x 50s, f/1.8, ISO 800 + 1x 143s, f/2, ISO 500

Darks:   8x 50s, f/1.8, ISO 800

Stacking mit Sequator

Bildbearbeitung mit Corel Paintshop Pro

Download_LokalDirekt.png
Screenshot (401).png
Screenshot (402).png
20210530_Milkyway+Gesenberg_Full_LOGO2_JK.jpg
Screenshot (403).png

Saturn und Merkur am Abendhimmel

Merkur und Saturn am AbendhimmelDSC_0301_20220113_JKP.jpg

Die letzte Abendsichtbarkeit des Planeten Merkur war am 13. Januar 2022. Hier im Bild ist er um 18:04 Uhr noch knapp 2° über Horizont zu sehen. Die Beobachtung mit bloßem Auge ist extrem schwierig und nur für einige Minuten möglich, da Merkur nahe der Sonne steht und nur wenig später nach ihr untergeht. Der Saturn ileuchtet im Bild etwas heller links oberhalb von Merkur. Die nächste schwache Morgensichtbarkeit wird ab dem 17. Februar möglich sein. 

>> Klick auf das Bild für mehr Informationen

Im Lauf der (Sternen) Zeit

0120_66files_Zuschnitt-2x3_Klon7_4000x5478-auf-3x4.jpg

Sternenmeer über Halver's Bolsenbach

Dieses wundervolle Sternenbild hat über 2 Jahre gebraucht bis es im fotografischen Licht so leuchtet wie ich es im August 2019 mit meinem inneren Auge gesehen habe.

Denn es dauerte eine Zeitlang bis ich die damals in mehreren Stunden um Mitternacht gewonnen Aufnahmen zu diesem Ergebnis zusammenfügen und bearbeiten konnte. In vielen Gesprächen mit wohlwollenden kritischen Betrachtern, dem wertvollen Erfahrungsaustausch unter Fotografen im Fotoverein und Freundeskreis, in Astronomieforen und der Vereinigung der Sternenfreunde e.V., tastete ich mich in dazwischenliegenden Bildprojekten nach und nach an die optische und künstlerische Weiterentwicklung meiner Bilder heran.

Sicherlich gibt es auch hier noch weiteres Entwicklungspotential..., aber für HEUTE bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und glücklich über das mit den vorhandenen Mitteln erreichte, sodass ich es hier in die Sternengeschichten stelle. 

Mit dem damals erstellten Bildmaterial hatte ich seinerzeit ein Startrails-Bild erstellt, wobei die Aneinanderreihung der Einzelaufnahmen die schönen Sternenstrichspuren ergeben.  

Startrails um den Polarstern - Halver 24.08.2019

Für die Techniknerds unter uns noch ein paar Dateiinfos zu den 2 Bildern:

Kamera Nikon D5300, Objektiv Tokina Ultraweitwinkel 11mm

100+X Aufnahmen, je 30s, Blende 2.8, ISO 1600

1. Bild - Stern Alignment und Bildbearbeitung mit Sequator. Vordergrund gestapelt (Trails) und bearbeitet mit Sequator. Künstliche Lichtspuren ausgefiltert. Weitere Bildbearbeitung mit Corel PaintShop Pro.

2. Bild - Startrails und Bildbearbeitung mit Sequator. Keine weiteren Bildbearbeitungsprogramme. 

Komet C/2021 A1 Leonard
der sehnsüchtig erwartete Weihnachtskomet...?

103_Komet-Leonard_20211206_JKP.jpg

Viele Astronomen schauten seit Herbst 2021 gebannt auf die vielversprechende Helligkeitsentwicklung auf einen erst Angfang des Jahres entdeckten Kometen, der den Berechnungen zufolge zur Adventszeit direkt zwischen Erde und Venus vorbeiziehen wird. Wenn die kühnsten Prognosen zuträfen, so hieß es, könne der nach seinem Entdecker getaufte Komet "Leonard" sogar mit bloßem Auge sichtbar werden und als Weihnachtskomet das Astronomische Jahr 2021 mit einem Higlight beenden.

Leider blieb Leonard dann doch weit hinter den Erwartungen zurück und blieb doch einer unter Vielen die nur mit optischen Hilfsmitteln sichtbar werden. Also kein Vergleich zu Komet Neowise im Sommer 2020 oder gar Hyakutake und Hale-Bopp in den 90ern...

Dennoch zog er die Aufmerksamkeit vieler Beobachter auf sich, was vielleicht auch an dem Zusammen-treffen seines irdischen Vorbeiflugs mit dem Datum des christlichen Abendlandes von Christi Geburt einhergehen mochte.

Für mich bedeutete die Suche und das Auffinden des Kometen jedenfalls ein besonderes Erlebnis, vielleicht auch grade deshalb das man ihn SUCHEN MUSSTE..!!

Sehr schön war auch in diesem Sinne der gemeinsame Himmelsspaziergang mit dem Fotoverein Halver in selten kalter Dezembernacht...

Komet Leonard - seine Entdeckung und Bahnverlauf

109_25-29_Leonard_RLP3_ESL5_CPSP3_Komet_Rahmenx2_OK_LOGO_Venus.jpg

Am 20. Dezember 2021 gelang (wohl eine letzte) Aufnahme des Kometen in der Abenddämmerung.

Nach der letzten fotografischen Sichtung am Nikolausmorgen verhinderten Wolken und zäher Nebel eine mögliche Beobachtung. Als der Himmel nach 2 Wochen endlich aufklarte, zog es einige Mitglieder des Fotovereins Halver in frostig kalter Luft auf die Höhen von Halver, um nach Leonard Ausschau zu halten. Mit bloßem Auge war der Komet leider nicht zu sehen und so verfolgten wir gemeinsam den Lauf der Planeten Venus, Saturn und Jupiter. Der noch fast volle Mond stieg zum Abschluß im Osten aus dem Horizont hervor und erhellte mit seinem Licht den Rückweg über den Feldweg nach Altemühle.

Der Komet C/2021 A1 wurde am 3. Januar 2021 von Greg Leonard am Mt.-Lemmon-Observatorium der University of Arizona in den USA in einer Entfernung von fünf Astronomischen Einheiten entdeckt – genau ein Jahr vor seinem Perihel, also seiner nächsten Sonnenannäherung, am 3.1.2022. Bislang befindet sich der Komet auf einem sehr langgestreckten, elliptischen Orbit mit einer Umlaufdauer von rund 80.000 Jahren. Nach seinem Perihel wird er auf eine hyperbolische, d. h. offene Bahn einschwenken. Drei Wochen zuvor nähert er sich der Erde auf 0,233 Astronomische Einheiten oder 34,9 Millionen Kilometer an.

Komet Leonard am Morgenhimmel

18files_Komet markiert-4_CPSP3.1.jpg

Am Nikolausmorgen des 6. Dezember gegen 5:30 Uhr gab es endlich eine wolkenfreie Zone über dem Märkischen Kreis um nach dem Kometen Leonard Ausschau zu halten. Mit bloßem Auge konnte ich den Kometen zwar nicht ausmachen, aber mit einem 85 mm Objektiv und 31 Mehrfachbelichtungen konnte ich den Kometen mit seinem grünlichen Kern und Kometenschweif ablichten. 

C2021A1_Abendhimmel-1536x666.jpg

Die täglichen Positionsänderungen von C/2021 A1 Leonard sind auf den Himmelskarten der VdS eingetragen.

Bis zur geringsten Annäherung und Vorbeiflug des Kometen zwschen Erde und Venus am 12. Dezember ist der Komet in den Morgenstunden sichtbar. Danach zieht Leonard noch für einige Dezembertage in den Abendstunden tief am Südwest Horizont entlang bevor er wieder in den Weiten des Weltalls entschwindet.

Komet-Leonard_Aufsuchkarte-1536x1160.jpg

Komet Neowise - der Überraschungskomet im Jahr 2020

Der letzte große "Überraschungskomet" war Neowise, der im Juli 2020 mit einer Helligkeit von 1,1 mag am Sommerhimmel mit bloßem Auge zu sehen war und somit der hellste Komet seit 23 Jahren.

301_Neowise_10.07.2020_CPSP1_CPSP2.jpg

Diese Aufnahme von Neowise entstand im Oberallgäu am frühen Morgen des 7. Juli 2020. 

Zudem erscheinen am Nordhorizont Leuchtende Nachtwolken. Die NLC (noctilucent clouds) sind Ansammlungen von Eiskristallen in der Mesopause unserer Erdatmosphäre und in 81 bis 85 km Höhe als silbrig dünne Wolken zu sehen, die sich in Wellen bewegen. 

Kometenparade - Collage Hyakutake, Hale-Bopp, Neowise

300_Kometenparade_96.97.20._J.Kruse.jpg

Im Frühjahr 1996 zog Hyakutake mit auffallend hellem bläulichen Kern über den Nachthimmel. Bereits im nächsten Jahr folgte Hale-Bopp, der Jahrhundertkomet, dessen Doppelschweif über 2 Monate den Nachthimmel dominierte. 23 Jahre später erschien Neowise im Sommer 2020 am Morgenhimmel. 

Sirius,Orion und die Hyaden stehen bereits am morgendlichen Herbsthimmel

Nightscape 0060.1_10-Images_RLP3_ESL5_Best1.jpg

10. Oktober um 05:55 Uhr - Beginn der Astronomischen Dämmerung

Standort Neuemühle in Halver - Blickrichtung Süden

Nikon D5300 mit Tokina 11-16mm f/2.8, Singleshot 30' mit ISO 2000

Im Frühherbst diesen Jahres sind bereits die markanten Sterne der Wintersternbilder in voller Pracht zu sehen. Kalt genug war es jedenfalls schon am frühen Morgen des 10. Oktober als ich im Raureif der Wiesen meine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf die Sterne richtete. In einer gedachten Diagonalen von links unten nach rechts oben (von Ost nach West) reihen sich hier auf dem Bild die hellen Sterne von Sirius aus dem Strernbild Großer Hund, Rigel und Beteigeuze aus dem Sternbild Orion sowie Aldebaran und die Hyaden aus dem Sternbild Stier in einer langen Sternenkette auf. Sie erreichen jetzt zum Beginn der Astronmischen Dämmerung ihre größte Höhe über dem Südhorizont (obere Kulmination im Meridian). In dieser Position sind die Gestirne Anfang Oktober also nur etwas für Frühaufsteher, so wie hier um 5:55Uhr. Bis zum Jahresende wird diese Postion im Meridian immer früher in der Nacht sichtbar...

am 31 Oktober um 03:32 Uhr

am 30. November um 01:34 Uhr

am 31. Dezember um 23:28 Uhr

Mond trifft Venus

004_DSC_0266_CPSP1.jpg

Am 9. Oktober 2021 kam es am frühen Abendhimmel zu einer engen Begegnung unserer 2 hellsten Himmelskörper, die einen sehr schönen Anblick mit bloßem Auge boten und mit einem Feldstecher / Fernglas noch sehr gut ins gemeinsame Sichtfeld passen.

Nur 3 Tage nach Neumond wurde bei Sonnenuntergang um 18:48 Uhr die noch sehr schmale Sichel des zunehmenden Mondes im Südwesten gut sichtbar und bot somit eine gute Orientierung zum Auffinden der Venus in der noch hellen bürgerlichen Abenddämmerung. Zum Beobachten blieb dann noch knapp

1,25  Stunden Zeit, bis zuerst Venus hinter dem Horizonts verschwand, gefolgt vom Mond, knapp 11 Minuten später,

Die genauen Beobachtungsdaten für Halver 51°10'49" N / 7°29'4" O

9. Oktober 2021

18:48 Uhr bei Sonnenuntergang

Venus - Azimut: 215°03'19", Höhe: +8°14'22", Hell -4,1 mag 

Mond - Azimut: 217°13'29", Höhe: +9°46'06", Hell -8 mag, Phase: 3 Tage nach Neumond, 14,1% beleuchtet 

20:10 Uhr Venusuntergang

20:21 Uhr Monduntergang

DSC_0236_Ebenen1_CPSP1_SchriftOK-grau.jpg

Mit der Planetariums Software Redshift habe ich die enge Konjunktion der beiden Himmelskörper im Voraus berechnet und anhand der Koordinaten die Ansicht von Mond und Venus zueinander in einer Fotomontage dargestellt. Die Berechnungen funktionieren natürlich auch mit der Freeware von Stellarium.

So ergab sich am Samstag den 9. Oktober um kurz vor 20:00 Uhr der vorraussichtliche Blick nach Südwesten.

Venus ist hier auf einer original Aufnahme am Abendhimmel des 5. Oktober zu sehen. Der im Bild hinzugefügte Mond ist eine Animation mit der von der Sonne beschienenen schmalen Mondsichel und der im Erdlicht blaßfahl scheinenden Mondseite. 

Weblinks Planetariums Software 

Redshift

Stellarium

Venus am Abendhimmel

Venus am Abendhimmel

Von September bis Oktober 2021 kann unser innerer Nachbarplanet mit Mühe in den Abendstunden kurz vor Sonnenuntergang für knapp 1 Stunde tief am Südwesthorizont gesichtet werden. Venus ist zwar mit einer Helligkeit von zurzeit -4mag der hellste Planet am Himmel, jedoch sind die Beobachtungsbedingungen zurzeit eine Herausforderung. So richtig hoch über den Horizont kommt Venus bis Ende Oktober nämlich nicht und somit trübt die Dichte der Atmosphäre am Horizont und das Dämmerlicht des Abends, von den zahlreichen Schlechtwetterfonten in diesem Jahr ganz zu schweigen.

Venus wandert täglich ein Stück weiter nach Osten und erreicht am 29. Oktober seine östlichste Elongation und kehrt seine Bewegung danach um und erreicht Mitte Dezember ihre größte Höhe von nur 15° über dem Sonnenuntergangshorizont. Ihre größte Helligkeit erreicht Venus am 4. Dezember mit -4,9mag. 

DSC_0277+278_CPSP3.jpg

Am 25. September hatte ich Glück und konnte Venus kurz vor ihrem Untergang ablichten

Beobachtungsdaten:

Halver, Märkischer Kreis - Koordinaten 51°10'49" N / 7°29'5" E 

25.09.2021, 20:19 Uhr, 1° über Horizont, Azimut 239°58'14" (Südwesten)  

Aufnahmedaten:

Kamera Nikon D5300

Objektiv Nikon AF-S Nikkor 85mm 1:1,8G

1 Aufnahme 1/2 sek., 85mm, f/2, ISO 640

1 Aufnahme 2 sek., 85mm, f/2, ISO 640

Bildbearbeitung:

Corel PaintShop Pro - Ebenenblending und Bearbeitung

Jupiter mit 4 Monden im Widerschein unseres Erdenmondes

Jupiter mit seinen Monden

In der Nacht vom 18./19. September zog der zunehmende Mond mit 9° Winkelabstand an Jupiter und seinen Monden vorbei. Auf dieser Aufnahme sind die 4 hellsten und gößten seiner bis heute entdeckten 79 Monde zu sehen. Die 4 Jupitermonde sah auch schon Galileo Galilei als er am 7. Januar 1610 durch sein neuartiges Fernrohr schaute und benannte sie nach den antiken Sagengestalten Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Seine fundamentale Beobachtung - die Monde umkreisen den Jupiter - zerlegte das damals vorherschende kirchliche Weltbild - alles muss um die Erde, als Mittelpunkt der Schöpfung kreisen...

 

411 Jahre später ist eine solche Aufnahme der Monde keine Besonderheit mehr, insbesondere wenn wie hier das nahe Licht unseres (fast) Vollmonds eigentlich eine lohnenswerte Sternenfotografie überblendet. Aber es gibt auch heute noch immer wieder lohnende und spannende Sichtweisen aus verschiedenen Blickwinkeln und Motivgründen hinzugucken. Und so fand ich denn auch die Kombination ganz reizvoll, hier einmal nur die hellsten Sterne zusammen mit Jupiter und seinen umkreisenden Monden im Helligkeitsvergleich aufzunehmen. Jupiter stand zu dieser Zeit oberhalb des Sternbilds Steinbock dessen hellster Stern Deneb Algedi 4° östlich unterhalb des Jupiter zusehen ist.

Nun, zum Helligkeitsvergleich könen wir die Lichtstärke des Jupiter und von Deneb Algedi heranziehen: Jupiter ist zum Zeitpunkt der Aufnahme  -2.6 mag hell, Deneb Algedi nur 2.88 mag (der Grenzwert für das bloße Auge liegt in unserer ländlichen Region bei ca. 4,5 mag). Doch wo liegen die Gemeinsamkeiten von Jupiter als größten Planeten unseres Sonnensystems und einem Stern der 39 Lichtjahre von uns entfernt ist...

Beide verändern ihre Helligkeit..!!

Jupiter - der das Licht der Sonne eigentlich ja nur reflektiert und je nach seiner Umlaufbahn somit abhängig von der Entfernung Sonne und Erde eine maximale scheinbare Helligkeit von -2,94mag hat.

Deneb Algedi - leuchtet als Stern wie die Sonne, aber er ist ein Bedeckungsveränderlicher und besteht eigentlich aus 2 Sternen. Der Hauptstern mit dem Eigennamen Delta Capricorni, ist ein weißer Riese mit 8,5 facher Leuchtkraft der Sonne und wird vermutlich von einem kleineren orangefarbebnen Zwergstern umkreist, der rund 40 mal leuchtschwächer als der Hauptstern ist. Die Lichtveränderung zwischen 2,81 und 3,05 mag schwankt mit einer Periode von 1,0228 Tagen, was eine schwindelerregende Geschwindigkeit einer Umkreisung des Sterns zur Folge haben dürfte.

 

Aufnahmedaten:

Kamera Nikon D5300

Objektiv Tamron 70-210mm, f/4

18 Aufnahmen je 4/5sek., 210mm, f/5, ISO 800-1250

Bildbearbeitung:

Stacking mit Sequator

Corel PaintShop Pro

Sternschnuppe trifft Andromedagalaxie

Sternschnuppe trifft Andromedar

Der Glückstreffer des Monats August... Zum Höhepunkt des diesjährigen Perseiden-Meteorstrom waren die Wetterbedingungen allses andere als optimal. In der Nacht vom 13. auf 14. August zogen immer wieder hohe Wolkenfelder von West nach Ost über das erweiterte Blickfeld des Sternbilds Perseus. Aber eine helle Sternschnuppe hat es denn doch auf den Sensor meiner Kamera geschafft, noch dazu in bester (scheinbarer) Nachbarschaft zu unserer Nachbargalaxie der Andromada.    

Aufnahmedaten

Kamera: Nikon D5300

Objektiv: Tokina AT-X 11-16mm 2.8 Pro DX

1 Aufnahme 20sek, 16mm, f/2.8, ISO 3200

Objektiv: Nikon AF-S Nikkor 85mm 1:1,8G

57 Aufnahmen je 4sek., 85mm, f/1.8, ISO 2000 

Bildbearbeitung

Stacking mit Sequator

Corel PaintShop Pro - Ebenenblending

Ein Meteor stürzt in einem hellen Feuerball zur Erde 

001_Bolide_DSC_0217_20201213_2.JK_Kombi2_CPSP2.jpg

... ein Glückstreffer und eine eine sensationelle Aufnahme eines Boliden, wie ein sehr heller Meteor auch genannt wird. So einen Meteor, der in einem hellen Feuerball, grünlich schimmernd zur Erde stürzt, bekomme ich wahrscheinlich nie wieder zusehen, geschweige denn vor die Kameralinse... 

...denn statistisch gesehenen bekommt man so einen Boliden nur einmal im Leben zu sehen.

Dieser Meteor führte jedoch sogar zu 345 gemeldete Sichtungen im Melderegister der AMS American Meteor Society (2 Meldungen mit Fotos aus Deutschland über AKM Arbeitskreis Meteore).

Eine Presseveröffentlichung erfolgte unter anderem durch die  Vigie Ciel Fripon sinngemäß:.

"In der Abenddämmerung des 13. Dezember 2020 stürzte ein ca. 2,2 kg schwerer Asteroid in paralleler Flugbahn zu den in enger Konjunktion stehenden Planeten Jupiter und Saturn in unsere Erdatmosphäre und verglühte als sehr heller Meteor (-9 mag) mit einer Feuerkugel in ca. 38 km Höhe über Montargis in Frankreich."

Aufnahmedaten: 13.12.2020, 17:41 MEZ, Standort Halver in 580 km Entfernung zum Meteor.

Kamera & Optik: Nikon D5300, Nikkor 18-105, F/3.5 - 5.6

Brennweite 40mm, Gesamtbelichtung 12 sek. mit 2 Bildern je 6 sek., f 5.6, ISO 500

Bearbeitung: Bildkomposition mit „Corel PaintShop Pro“

Detailvergrößerung des Meteors 

001_Bolide_DSC_0217_20201213_2.JK_Kombi2_CPSP2-Crop_6000x4000_Komplett.jpg

Melden Sie ihre eigene Sichtung eines Meteors   -->> 

bottom of page